Äußere Quellenanalyse

Äußere Quellenanalyse

In der äußeren Quelleninterpretation werden alle Fakten gesammelt, die für die Deutung (Interpretation) einer Quelle wichtig sind. Häufig finden sich Informationen kursiv gedruckt in den ersten Zeilen des Materials, man sollte jedoch auch auf Informationen aus dem Unterricht zurückgreifen können. Die äußere Quelleninterpretation leitet die Interpretation ein; eine Deutung dieser Informationen sollte jedoch erst im Zusammenhang mit der inhaltlichen Analyse am Ende der ganzen Quelleninterpretation stattfinden.

Als Orientierung dienen folgende sieben Punkte:

  1. Der Autor

Informationen zum Autor findet man häufig kursiv gedruckt in den ersten Zeilen des Materials.

Wer ist er?

Wann lebte er?

Woher hat er seine Kenntnisse? Ist er ein „Profi“ oder „Insider“?

Themenbezogen: Wie viel Macht / Einfluss hat er?

Welche politische Richtung vertritt er?

Hat er Eigeninteressen?

  1. Adressat

Wir unterscheiden zwischen eindeutigem Adressaten und Adressaten, die sich erst aus der Deutung ergeben:

  1. eindeutiger Adressat: Reichtagsrede = Mitglieder des Reichstages / Journalisten ; Fachaufsatz: wissenschaftlich gebildetes Publikum

  2. Ergebnisse aus einer Analyse: speziell Reichstagsabgeordnete des rechten oder linken Flügels

  1. Intention

Was beabsichtigt der Verfasser mit seinem Text / Bild ? Ist es ein Aufruf, will er überzeugen, rechtfertigen, erklären, auf Probleme hinweisen, warnen...?

Die Intention lässt sich erst nach der Interpretation der Quelle feststellen.

4. Zeitliche Einordnung

Nach der Nennung des Erscheinungsdatums muss eine Quelle zeitlich sinnvoll eingeordnet werden. Gibt es einen Anlass für das Verfassen der Quelle, so ist dieser zu benennen. Manche Quellen sind Zeugnis eines Prozesses und haben keinen direkten Anlass. Dann wählt man ein Ereignis, welches mit dem Thema der Klausur zu tun hat und vor und eines welches nach dem Erscheinen der Quelle liegt! Bei Darstellungen erübrigt sich diese Art der Zuordnung, hier ist v.a. auf Jahrestage historischer Ereignisse etc. zu achten.

5. Thema:

Nach einem ersten Lesen der Quelle soll das zentrale Thema genannt werden. Hierbei ist jedoch auf eine Vorwegnahme einer Interpretation und einer Wertung zu verzichten.

6. Quellenart

Man unterscheidet:

1.Quelle( früher Primärquelle) und Darstellung (früher Sekundärquelle)

  1. Quellen werden unterschieden in Dokument (Überrest) z.B. Reden, Flugblätter, Akten, Gesetzestexte, Tagebücher (nicht z. Veröffentl. best.)... und Monument (Tradition) z.B. Autobiografien, Memoiren, Denkmalinschriften, Chroniken…( für die Nachwelt geschrieben)

  1. Fundort der Quelle

Man benennt stets die bibliografischen Angaben, die meist am Ende

der Quelle stehen. Nur so kann die Quelle an sich jederzeit überprüft

werden.